Dystopische Gesprächsfetzen….

Da stand ich wie immer fast vermummt bis über beide Ohren nur mit einem schmalen Sehschlitz versehen, in der Apotheke meines Vertrauens und wollte ein Medikament abholen, das ich zuvor telefonisch reserviert hatte.Als ich mein Medikament bekommen und bezahlt hatte, verließ ich die Apotheke und ging zu meinem geparkten Auto. Da bemerkte ich eine weitere Person, die direkt neben meinem Fahrzeug stand. Natürlich ebenfalls bis zur Unkenntlichkeit vermummt. Sie sah mich an. Ich erwiderte den Blick, als sie plötzlich und unvermutet ihre Vermummung beseitigte.

Welch´eine Überraschung, denn dieser junge und ambitionierte Mann ist soweit ich mich erinnere seit gut vier Jahren Jura-Student und wohnte einst in meinem Dorf.

Du hier? Ich denke, Du bist in München und studierst?

Nein, ich habe bereits Ferien und ausserdem machen wir so und so nur noch alles Online. Ansonsten aber ja, ich studiere immer noch Jura in Münschen. Ich möchte Dich von nichts abhalten, doch als ich Dich gerade eben in der Apotheke sah, dachte ich, ich bleibe noch, zumindest, um Dir kurz Hallo zu sagen. Und, vorausgesetzt Du hast ein wenig Zeit für ein paar Minuten Unterhaltung, ich würde gerne kurz etwas mit Dir besprechen, wenn es Dir recht ist.

Klar, ich lächelte vor Freude, denn das kommt nun nicht alle Tage vor, dass sich Menschen so direkt und unvermutet an mich wenden. Und vor allem dieser junge Mann, den ich mit schönen Erinnerungen in meiner Wohnstätte verbinde. Ja, es gab einst Zeiten, das kamen mehrmals wöchentlich Menschen zusammen. Wir tranken das eine oder andere Bier, erzählten uns Geschichten und lachten viel.

Ich habe wie immmer meine Thermoskanne im Auto und sie ist noch fast voll. Magst Du einen Kaffee?

Nachdem er mir fast eine Viertelstunde Kaffee schlürfend von seinen Fortschritten im Studium berichtet hatte und wir uns ausgetauscht hatten über einige der Leute, mit denen wir eine gute gemeinsame Zeit gehabt hatten, kam er zum Thema.

Sag´einmal, Kennst Du den Landrat in unserem Landkreis?

Ich entgegenete, dass das nun wirklich kein Thema für ein beginnendes Wochenende sein könne, denn ich halte wirklich große Stücke auf seltsame Menschen. Sie sind so groß, dass man das Ganze getrost als geradezu grotesk bezeichnen dürfe, und grinste.

Pass´auf. Ich habe auf der Herfahrt im Zug auf der Homepage des Landkreises gelesen, dass er irgendeinem Bundestagsabgeordneten etwas von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern erzählt habe, auf die er ja ach so stolz sei, weil sie sich ja ach so enthusiastisch für das Allgemeinwohl einsetzen.

Ich nickte kurz zustimmend, obwohl ich dieses Detail noch nicht kannte.

Mag sein, ich lese das nur sehr selten und wenn dann auch nur wegen meines Berufs. Kann also gut sein, vor allem wenn Du es mir sagst. Ich kannte ´mal einen Landrat. Er neigte dazu, stets alle ihm das Gesäß Pflegenden mit solchen wunderbaren Bezeichnungen zu qualifizieren. Ich gehöre nicht zu den Menchen, die solche Vorgehensweisen sympathisch finden. Dieses großspurige Gehabe von wegen „Ich halte grosse Stücke auf diese oder jene Menschen“, ist meiner Meinung nach oft nur Makulatur, denn wenn auch nur eine oder einer etwas kritisch ist demjenigen gegenüber oder seinem gefühlten Schutz- und Wirkungskreis, dann wandelt sich das Blatt binnen kurzer Zeit vollständig ins Gegenteil. Dann bist Du plötzlich jemand, mit dem eine solche Persönlichkeit nichts anzufangen weiß. Und noch viel pikanter sind oftmals, die auf Kritik an seiner Hochherrlichkeit dann einsetzenden, durchaus auch öffentlichen fachlichen Diffamierungen und Miskreditierungen und ein offenkundiges Missbilligen der betreffenden Person. Soviel dazu. Du merkst, ich kenne solche Menschen. Oh ja, eindeutig. Und ich weiß solche Menschen sehr zu schätzen, obwohl ich inzwischen ganz anders unterwegs bin.

Ich lächele.

Aber erzähl ´mal.

Er lachte.

Du hälst wirklich grosse Stücke auf solche Persönlichkeiten, das höre ich aus Deinen Schilderungen heraus. Ich kann das durchaus nachempfinden.
Mir geht es um den Begriff Allgemeinwohl. Und genau darüber möchte ich kurz mit Dir reden, denn das ist im rechtswissenschaftlichen Umfeld ein sehr wichtiger Begriff, der in verschiedenen Belangen durch Urteile konkretisiert werden muss, um dann genauer definieren zu können, was ist in dem betreffenden Fall denn das sogenannte Allgemeinwohl. Du merkst, ich bin inzwischen voll juristisch unterwegs?!

Aha. Was willst Du mir sagen?  Magst Du eigentlich ein Pranicki essen? Ich liebe diese russischen Kekse. Schau´ mal hinten auf der Rückbank in dem weißen Stoffbeutel. Habe ich gerade erst gekauft. Mit Karamel-Geschmack. Zum Kaffee ein Hochgenuss. Nimm´mal eine Tüte und mache sie auf, bitte.

Das Allgemeinwohl, was dieser Ex-Polizist – so habe ich es im Netz recherchiert – da angibt, es scheint ihm irgendwie durch die Mentallappen zu gleiten, dass er gar nicht in der Lage ist, das Allgemeinwohl qua Selbstdefinition benennen zu dürfen, geschweige denn zu können. Sorry, ich steige gleich tiefer ein, wenn es Dir recht ist.

Ich hob die Augenbrauen und war nun wirklich gespannt, hatte ich diesen jungen Mann doch vor Jahren noch als so richtig schludrigen jungen Mann in Erinnerung, der damals noch auf der Suche nach sich selbst und seinem Platz in unserer Gesellschaft war. So eine Fragestellung ließ mich denn aufmerksam aufhorchen, denn es zeigte mir auf sehr anschauliche Weise, dass er selbständig denkt und vor allem genau hinterfragt inzwischen. Und darüber war ich sehr erfreut und dachte, schau an, ich habe es geahnt. Er hat ein gutes Potenzial. Das habe ich schon vor Jahren gemerkt.

Na los, spanne mich nicht auf die Folter! Das klingt sehr sehr interessant. Leg´los!

Also, pass´gut auf. Das Gemeinwohl ist in Art. 14 Abs. 2 Grundgesetz geregelt. Der Herr nimmt den Mund wohl gerne etwas voll, kann das sein? Beziehungsweise hat er meines Erachtens nicht wirklich Ahnung von den grundgesetzlichen Aussagen zum Allgemeinwohl. Zumindest habe ich den Eindruck. Artikel 14 Grundgesetz betrifft vor allem Eigentumsfragen und da spielt das Gemeinwohl eine sehr bedeutsame Rolle, z. B. wenn es um das Baurecht, Enteignungen, gemeindliche Vorkaufsrechte und ähnliche Belange geht.

Ich schaute nur lächelnd aus dem Fenster und wollte schon etwas dazu sagen.

Danach soll der Gebrauch des Eigentums zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen. Aber, und das ist jetzt noch viel spannender, in Artikel 104 Grundgesetz geht es auch um das sogenannte Allgemeinwohl, denn dort wird – und jetzt genau hinhören – die Freiheit jedes einzelnen Menschen manifestiert. Es sagt klar und deutlich, dass jeder Freiheitsentzug immer und wirklich immer, ganz gleich worum es geht, einer richterlichen Entscheidung bedarf. Merkst Du, auf was ich hinaus will?
Ganz einfach, das Allgemeinwohl wird nicht qua politischer Äusserung eines gewählten Volksvertreters definiert. Schon gar nicht von einem Landrat. Er scheint wirklich voller Selbstliebe und etwas verschrobener Rechtauffassung zu sein, denn er müsste es ja schon alleine wegen seiner polizeilichen Vorgeschichte viel besser wissen, als es sich aus seinen Worten erschliessen ließe.

Ja, klar. Es soll Landräte geben, die sich darin gefallen, das jeweilig zuständige Gesundheitsamt zu ständig wiederkehrenden Quarantänemaßnahmen von nach, mit inzwischen zunehmend in Frage gestellten PCR diagnostizierten Infektionsnachweisen Infizierte in Quarantäne zu senden, anzuhalten. Meinst Du das?

Mein Lieber, du bist echt ein Schnelldenker. Einfach phänomenal. Ehrlich. Das war übrigens etwas, was mich maßgeblich dazu veranlasst hat, meinen eigenen Weg verstärkt zu suchen. Es war Dein steter und ständiger Hinweis darauf, selbst zu forschen, viel, ja sehr viel zu lernen und einen eigenen Weg zu gehen. Erinnerst Dich sicherlich, oder? Das hast Du immer wieder gesagt, wenn wir als junge Menschen von dem Chaos in uns und um uns herum berichteten Wir waren so jung und Du bist mir deswegen in so guter Erinnerung, weil Du immer Verständnis hattest und uns verdeutlicht hast, dass diese Phase nur eine Phase ist und dass wir, wenn wir uns auf unseren eigenen Weg konzentrieren würden, dieses vermeintliche Durcheinander in unseren Köpfen alsbald enden würde. Wie recht Du doch hattest.

Gut, wenn also ein Landrat und ehemaliger Polizist…

Jo, ich denke, ich kenne solche Persönlichkeiten, unterbrach ich ihn. Und einige können sich nicht von ihrer vorherigen Tätigkeiten trennen und denken nach wie vor in polizeilichen Mentalstrukturen, obwohl sie längst z. B. aus dem polizeilichen Dienst ausgeschieden sind, denn sonst hätten sie sich nicht als Landrat wählen lassen können oder die gewonnene Wahl dann annehmen können.

Ok, und dieser Landrat spricht also davon, dass er seinerseits sehr geschätzte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter als für das Allgemeinwohl Arbeitende darstellt. Und nun frage ich mich und Dich: sind solche Mitarbeiterschaften für das Allgemeinwohl tätig, wenn sie mit zwischenzeitlich auf der Grundlage auch rechtlich in der Kritik stehenden Infektionsnachweisen Menschen in Quarantänen schicken, wenn sie also rechtlich fragwürdige Zwangsmaßnahmen umsetzen und durchsetzen? Ist das für das Allgemeinwohl, wenn man sich darin kapriziert, Befehle, ganz gleich welcher Art auch noch mit fragwürdigen Mitteln um- und durchsetzt und sie, wie ich den von ihm unterschriebenen Verordnung lesen konnte, noch mit eigenen Maßnahmen erweitert. Man nennt das im juristischen Umfeld, und es ist als Kritik an der Exekutive zu interpretieren „Mehr geht immer, weniger nie!“. Ist es für das Allgemeinwohl, die Mitmenschen hinters Licht zu führen mit dem Begriff Allgemeinwohl, um sich gar selbst in den Vordergrund des Geschehens zu rücken und dann noch einen auf „wir sind ja alle so am Allgemeinwohl Arbeitende und Orientierte“ zu machen? Sorry, doch ich bin inzwischen durchaus dialektisch bissig geworden. Ein Ergebnis der vielen Vorlesungen und Seminare mit juristisch Erfahrenen.

Er grinste mich frech an.

Ich stutzte. Dieser junge Mann ist faszinierend in seiner Denk- und Analysefähikeit! Was hat er wohl alles schon gelesen und gehört?! Wieviel sehr schlauen Menschen hat er schon gelauscht, dass er so differenziert denkt inzwischen?! Ja, das hat er geradezu sezierend analysiert.

Du hast sehr interessante und denkwürdige Aussagen gerade gemacht. Ich kenne solche  Menschen und sie begegnen mir seit einigen Jahren immer und immer wieder. Ofmals sind sie der Wahrhheit nicht gerade zugetan, flunkern, hintergehen und haben oftmals jahrelange Erfahrungen spezieller Formen des Unterdrückens und ständigen Gängelns, was sich dann, je nach Position Mobbing oder Bossing nennt. Kurz gesagt, ich  beobachte solche Persönlichkeiten mit großem Interesse. Du weißt, dass ich immer auf die Handlungen eines Menschen achte. Und nachdem ich selbst schon auf schön gesprochene Worte hereingefallen war, habe ich umso mehr und genauer hingesehen. Und ich habe genau denselben Eindruck wie Du ihn gerade geschildert hast.

Und, was ist Dein Ergebnis?

Solche Menschen sind kurz und knapp gesagt nach meiner persönlichen Meinung narzisstische Psychopathen. Fachlich betrachtet sind sie auffällig häufig asymptotische Nulllinienannäherungen, wenn Du Dich erinnerst? Mathematik, 11. Klasse? Und, ja ich kenne einige so geartete Menschen, die, wie alle Psychopathen, ganz hervorragende Schauspieler sind,  gerissen und raffiniert, was auch geradezu charakterisierend ist für Psychopathen. Kennst Du Dich mit dem Krankheitsbild des Narzissmus und eines Psychopathen aus?

Ich weiß nicht viel darüber, doch laß uns bitte beim Allgemeinwohl bleiben jetzt. Was Du mir gerade schilderst, passt sehr wohl in mein Kritikszenario. Wenn er also das Allgemeinwohl geradezu als der Hüter des Grals in den Vordergrund stellt, dann ist das nur deswegen geschehen, weil er sich selbst als die zentrale Figur sieht und deswegen wählt er möglichst hochstehende moralische und in dem Fall auch rechtliche Wertbegriffe, um sich selbst hervorzuheben. Das macht es jedoch nicht weniger rechtlich fragwürdig, einmal davon abgesehen, dass es meiner Meinung nach sogar unlauter ist, um ein ganz niederschwelliges Kriterium seiner fragwürdigen Aussagen auszuwählen. Ich bin überrascht von Dir. Du hast Dich nicht geändert. Dein Geist ist nach wie vor messerscharf. Das will ich Dir unbedingt jetzt sagen.

Meinen heissen Kaffee schlürfend lächele ich in die Tasse und schaue nach draussen, wo unzählige Menschen vermummt und als Menschen kaum mehr kenntlich an unserem Auto vorbeigehen.

Allgemeinwohl? Ist es wirklich Allgemeinwohl, Menschen dermaßen zu manipulieren, dass sie, warum auch immer, ständig Masken tragen, selbst hier an der frischen Luft mit ausreichenden Abständen? War da nicht unlängst eine Verordnung eben dieses Landrats, dass selbst Grenzwerte seitens des Gesundheitsministeriums durch ihn persönlich ausser Kraft gesetzt wurden und er nur noch die eigenen Zahlenwerke seines Gesundheitsamtes als „neue“ und allgemein gültige Grenzwerte anführte?! Und lagen die sogenannten Inzidenzwerte nicht inzwischen deutlich unter 35! Ja, ich hatte erst heute Vormittag meinen täglichen Check der in dieser Sache zur Verfügung stehenden Zahlenwerke durchgeführt.

Ja, so wie ich es selbst recherchieren konnte, benutzen solche seltsamen Menschen gerne hochstehende Begriffe, um sich selbst als den Macher, den Gralshüter, den Mutigmacher, den Fürsorgenden darzustellen und dabei ist oftmals, den Einzelfall genauer betrachtend, schnell offensichtlich, dass es sich oft um ganz arme Wichte handelt, die völlig durchseucht sind von ihrer narzisstischen Obszession und Ausrichtung. Doch eines muss man ihnen neidlos anerkennend lassen, sie nutzen jedwede Chance, um sich selbst zu glorifizieren. Und sobald auch nur etwas Gegenwind aufkommt, wirken sie sichtlich angesäuert und verwenden einfachste dialektische Tricks, um sich beleidigt, in ihrer natürlich „aufrichtigen“ Ehre gekränkt zu zeigen. Ich bezeichne solche Persönlichkeiten gerne als typische und geradezu klassische Okkupanten gesellschaftlicher Systeme. So ein Okkupant stülpt über alles und jeden seine ganz eigene Sicht der Dinge auf, und wenn ein Mensch Kritik daran äussert, dann zeigt er sich beleidigt, persönlich enttäuscht und all so einen Schwurbelkram. So von wegen, ich schütze alle und jeden, ob es denen gefällt oder nicht. Und nur meine ganz eigene Sicht der Dinge ist das Non plus Ultra. Kurz, es geht ihm niemals um die Sache selbst, sondern nur darum, sich wichtig zu machen, indem er eine besorgt wirkende Maske der Intrige und Lüge aufsetzt. Eigentlich bitter, denn im Beruf geht es nun einmal um Tatsachen, um Sachproblemstellungen und nicht darum, wie jemand sie – und dazu noch ganz offensichtlich ohne jede Fachlichkeit in der Sache – interpretiert.
Ich gebe Dir recht! Du hast das sehr gut dargelegt, finde ich. Ich habe diesen Aspekt selbst nicht so umfassend bedacht. Ja Du hast recht! Je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr stimme ich Dir zu. Wirklich, sehr wertvoll.
Ich habe Respekt vor Dir, das will ich Dir und jetzt unbedingt sagen. Ich lerne auch standig etwas Neues dazu. Der Begriff Allgemeinwohl war mir in seiner grundlegenden juristischen Auslegung so nicht wirklich bewusst. Wenn ich jetzt darüber nachdenke, dann wird mir erst bewusst, wie perfide das wieder ist. So ein Okkupant geriert sich als den Retter der Nation, er kapriziert sich als der kritische und alle umsorgende Schützer des heiligen Grals. Gerade aktuell sinken die sog. Inzidenzwerte auf deutlich unter 50, ja sogar aktuell auf unter 35. Und was macht dieser Mensch? Er erhält seine so und so fragwürdigen Verordnungen aufrecht, wo er doch gerade unlängst eben diese eigenen Werte als Grenzwerte und Handlungsveranlassungen für Quarantänen und sonstigen Stuss, wie, Du musst eine Maske tragen, wenn Du an einer Bushaltestelle vorbeigehst, darfst sie dann aber wieder abnehmen, oder, Du musst auf allen Parkplätzen bei Einkaufsläden eine Maske tragen, auch wenn Du mehrere Meter entfernt bist oder gar alleine, veranlasst hat.
Allgemeinwohl!?! Du hast recht. Andere haben mir dazu gesagt, dass er, übrigens wie jeder PSychopath, nur und ausschließlich seine eigene Interpretation als ihm qua Funktion zugeteilter und möglicher Exekutivmacht nutzt, um sich hervorzuheben. Und da sind ihm anscheinend wirklich alle Mittel recht. Sein direktes, selbst ausgewähltes Umfeld, gefällt sich wohl darin, immer auf einer Linie mit ihm zu sein. Es ist sozusagen sein eigener und, mit Verlaub, verkommener Hofstaat, der ihm das Gesäß auf ihm genehme Weise pflegt, sagt man. Wenn er das in seiner eigenen Familie macht, sei es ihm unbenommen, wobei mir dann die Familienmitglieder echt leid tun. Wenn er es allerdings in seiner Funktion macht und damit tausende, wenn nicht zehntausende Menschen erfreut mit seinen Interpretationen und, was noch viel fragwürdiger ist, diese in ihren freien Lebensgestaltungen sanktioniert, dann wird es nicht nur kritisch, Nein, dann muss Widerstand geleistet werden. Und Du hast recht. Das Allgemeinwohl-Postulat passt als Puzzlestück in sein Psychogramm und vervollständigt die von mir getroffene Diagnose eines typischen Psychopathen.Aber wie gesagt, ich beobachte auch nur aus der Ferne und maße mir nicht an, dass meine Interpretationen zu solchen Persönlichkeiten zutreffend sind.

Lachend schlurfte der junge Mann aufmerksam meinen Worten folgend seinen Kaffee und zündete sich eine Zigarette an.

Willst Du auch eine?

Aber gerne, immer.

Ich wusste, dass es gut sein wird, wenn wir uns ein paar Minuten Gespräch schenken. Ich wusste es wirklich!

Ich nickte und grinste ihn an. Danke gleichfalls, mein Guter!

Und so saßen wir noch eine Weile in unseren Gedanken versunken schweigend und gemeinsam eine Zigarette zum Kaffee geniessend zusammen.

Da vibrierte unser Auto plötzlich und wir sahen uns erschrocken an. Gepanzerte Polizeifahrzeuge rollten an uns vorbei und dazwischen viele Mannschaftsransportfahrzeuge.