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Dystopische Transformation

Transformation

Der ehemalige Strafrichter ging wie jeden Morgen mit seinem Kangal spazieren und wir trafen uns einmal mehr an den Lübbensteinen.

Sein Hund ist ein aussergewöhnlich treuer und braver Hund und wann immer er jemanden auf sein Herrchen zukommen sieht, stellt er sich schützend zwischen dem Ankömmling und sein Herrchen. Ich liebe diesen Hund und werde mir dereinst auch so einen Hund zulegen, denn ich liebe diese schweigende Schutzeigenschaft dieser Rasse wirklich sehr.

Nachdem er ihn zu sich gerufen hat und damit siganlisiert, es besteht keine Gefahr, mein Guter, setze ich mich neben ihn und zeige ihm meine Freude und meinen Respekt, denn der ehemalige Richter ist ein respektvoller Mann.

Wir schauen gemeinsam schweigend in die FErne. Das machen wir immer so wenn wir uns treffen. Die non-verbale Kommunikation ist etwas, das uns über die Jahre gesehen zu Freunden machte. Ich kenne es und ich schätze es sehr. Wir schauen den Vögeln zu, wie sie an uns vorbeifliegen. Wir hören die Geräusche der nahen Stadt und Wind fährt uns durchs Haar. Ja, wir mögen es beide, so den Moment aufzunehmen.

Was hälst Du von den momentan kolportierten Repressionsmaßnahmen der Bundesregierung?

Schweigen.

Kangal schaut mich und ich spüre, dass er mir eine Antwort geben will. Der Richter streicht ihm durchs Fell und er legt sich wieder ab.

Bundesregierung?! Nur bedingt richtig. Es sind die Pläne eines verfassungsrechtlich nicht vorgesehenen und somit auch rechtlich angreifbaren Gremiums von Bundeskanzlerin und Ministerpräsident:innen. Diesem selbsternannten und sich selbst inszenierenden Führungszirkels muß niemand Folge leisten. Es bedarf der parlamentarischen Beteiligung und damit Kontrolle. Wer also in den administrativen Systemen diesen Verlautbarungen Folge leistet, ohne dass es parlamentarische Beschlüsse dazu gibt, handelt meiner Auffassung nach ggf. sogar grob fahrlässig mit allen daraus ableitbaren rechtlichen Konsequenzen.

Ich schlucke! Wenn er etwas zu rechtlichen Begebenheiten äussert, dann hat das immer schon Hand und Fuss und ich frage nicht weiter nach. Er hat sein Urteil gesprochen. Ich schaue ihn von der Seite an und er mich. Wir lächeln und schauen wieder in die Ferne.

 

Nächste Frage, Euer Ehren!

Was ist eine Infektion?

Er schaut wieder zum Horizont, räuspert sich und holt tief Luft bevor er ansetzt.

Mein Guter. Ich spüre, dass Du wie immer sehr intensiv denkst und Dich wunderst. Das mag ich an Dir und dass Du als Geowissenschaftler mich als Juristen immer und immer wieder lehrst, wie das Leben organisiert ist.

Zu Deiner Frage – schaue in §2 InfSG.

Zitat: Infektion ist die Aufnahme eines Krankheitserregers und seine nachfolgende Entwicklung oder Vermehrung im menschlichen Organismus.

Bevor Du nachfragst, lasse es mich noch etwas vertiefen, denn ich ahne, in welcher Richtung Deine Begehr´ausgerichtet zu sein scheint.

Ich lächle und streichele Kangal, der zufrieden und leise knurrend mein kleine Aufmerksamkeit gutheisst.

Wie wird eine Infektion nachgewiesen? Richtig?

Ich nicke und er schaut einfach geradeaus.

Hier schauen wir beimRKI und finden dort in etwas folgende Aussage. Gemäß § 7 (Abs.1) IfSG sind der direkte und indirekte Nachweis von SARS-CoV-2 meldepflichtig, soweit der Nachweis auf eine akute Infektion hinweist. Und ich und auch das RKI sagen „akut“!

Im Vordergrund steht der direkte Erregernachweis.

Ich will schon ansetzen zur nächsten Frage. Er legt seine Hand auf meinen Oberschenkel und deutet mir damit an, abzuwarten. Also warte ich.

Mit den derzeit am Markt befindlichen serologischen Tests kann bei einmaliger Untersuchung NICHT ausreichend sicher festgestellt werden, ob eine akute Infektion vorliegt. Sollte im Rahmen einer Untersuchungsserie bei einer Person eine Serokonversion oder eine deutliche Titerzunahme für IgG- oder Gesamt-Antikörper in demselben Testverfahren festgestellt werden (Abstand der beiden Tests maximal 30 Tage), kann dies insbesondere bei entsprechender Symptomatik auf eine akute Infektion hinweisen, so das RKI dazu

Der einmalige Nachweis von IgM (oder IgA) lässt nicht sicher auf eine akute Infektion schließen. Die Bewertung, ob der Nachweis auf eine akute Infektion hinweist, muss unter Berücksichtigung der Eigenschaften der jeweils verwendeten Tests, ggf. durchgeführten Voruntersuchungen und anamnestischen Angaben durch das diagnostizierende Labor im Rahmen des laborärztlichen Befundes erfolgen.

Darf ich?

Ja.

Git es also Unterschiede in der Bewertung von Nachweisen auf molekularer und symptomatischer Ebene.

Du bist wirklich gut, mein Lieber, entgegnet er mich.

Ja, den gibt es. Und erhat erhebliche rechtliche Folgewirkungen. Es gibt einen deutlichen Unterschied zwischen infiziert (wohlgemerkt auf molekularer Grundlage) und infektiös (wohlgemerkt auf symptomatischer Grundlage).

Deswegen müsste ja auch mehrfach getestet werden und vor allem bei klarer Befundung durch Ärzte, dass eine Symptomatik erkennbar ist. Zur Zeit wird nach meinem Wissen lediglich einmal getestet und zwar mit dem PCR-Test. Inzwischen wird sogara öffentlich kolportiert, dass  die Laborkapazitäten nicht ausreichend seien und dennoch wird aus dem einmaligen molekularen Nachweis ein Maßnahmenkatalog abgeleitet, der tief in die Grundrechte jedes Bürgers eingreifen können.

Ich muß laut ausatmen und will gerade zu nächsten Frage ansetzen.

Und es ist mehr als verfassungsrechtlich fragwürdig, ob aus den PCR-Testergebnissen die inzwischen parlamentarisch mehrheitlich beschlossenen Maßnahmen  ableitbar sind, denn diese beruhen auf den reinen PCR-Testergebnissen, die eben nicht nachweisen, dass ein Mensch infektiös ist.

Um nachzuweisen ob ein ifizierter Mensch infektiös ist, dafür gibt es vorgeschriebene und international standardisierte Laborverfahren.

Eine Infizierung auf molekularer Grundlage nachgewiesen, reicht m. E. nicht.

Und bevor Du jetzt gleich weiterfragst,  das werden alsbald nicht nur die Gerichte zu klären haben – wenn es dann nicht zu spät ist für Millionen von arbeitenden Menschen, denn ihre Einkommensgrundlagen werden bereits jetzt zerstört.

Ich lächele und erweitere seinen Satz spontan.

Es wird auch durch Aufklärung erreicht. Und nicht durch repressive, völlig überzogene polizeiliche und andere Exekutiv-Massnahmen, die aus den o.a. Paragraphen des IFSG abgleitet und gerechtfertigt werden.

Weisst Du was? Ich bin wütend. Wirklich wütend, denn schau Dir alleine die Quarantäneszenerie in unserem Landkreis an.

Der Richter seufzt und zündet sich eine Zigarette an, nicht ohne auch mir eine anzubieten.

Den Rauch inhalierend sitzen wir schweigsam nebeneinander und schauen einem Trupp ziehender Gäänse zu, wie sie Richtung Westen mit lauten Gänsemelodien über und hinwegziehen. Kangal schaut ebenfalls zu und leckt sich die Lefzen.

Wir lachen. So ein Gäsenbraten hätte ´was, oder?

Die Frau des Richters ist leider unlängst von uns gegangen und ich beschliesse, ihn bald einzuladen zu einem Gänsebraten, guter Musik, wohlschmeckendem Wein und natürlich unseren Schweigeminuten bei einem Glas Whisky.

Den tiefen Zug an der Zigaretten ausatmend

Werte Befehlsausführende, es könnte sein, dass jede einzelne Maßnahme „bewertet“ wird und die Schadensverursacher:innen können sich nicht mit „Wusste ich nicht“ herausreden, denn sie sind voll haftbar für die von ihnen warum auch immer, aber vor allem aufgrund der Befehle von oben, ausgeführten Massnahmen.

DAs hast Du genau richtig zum Ausdruck gebracht.

Wenn ich die Konsequenzen der aausschließlich auf einmaligen PCR-Test und einer geradezu nazistischen Kontaktverfolgungsmaschinerie genau betrachte, dann gebe ich Dir Recht. Es sind haltlose und proklamatische und vor allem unsere Gesellschaft zerstörende Maßnahmen. Und da das mit Vorsatz passiert, sind die handelnden und ausführenden Ebenen voll haftbar zu machen.

Kennst Du das All-inkl.-Angebot der Hotelketten „Gulaggi“.

Nein, erzähl mir davon.

Nun, gaztägig Aufenthalt im Freien. Hunderte Kilometer keine Menschenseele, geschweige denn Siedlungen. Der frische Duft der Tundra oder Taiga. Nur freudliche Männer oder eben Frauen um Dich herum, die alle sehr interessiert sind an Deinen körperlichen Ausstattungen. Myriaden von blutsaugenden Mücken im Sommer, Eiseskälte im langen Winter und vor allem viel frische Luft.

Der Richter lacht und krault seinen Hund.

Klingt sehr sympathisch. Ich kenne viele Befehlsausführende, wie Du sie nennst, für die wäre das sicherlich ein sehr gutes Arrangement. Man kann lange schweigend sitzen und denken oder den Moment fühlen.

Sind wir jetzt infiziert?

Wir lachen und erheben uns.

Als wir zur Straße kommen, sehen wir mehrere Polizeitransporter an uns vorbeifahren.

 

 

 

 

 

 

 

Im Baumarkt – der Offroader

Als ich gestern Nachmittag voll vermummt in einem Baumarkt nahe WOB verweilte und mir überlegte, wie ich denn in Sachen Regale weiterkomme, da stupste mich jemand von der Seite an. Ebenfalls voll vermummt, so dass ich den Menschen gar nicht erkannte.
Eyy, mein Grosser. Ich habe Dich auch nur an Deinen längeren Haaren und der Körpergrösse erkannt. Erkennst Du mich?

Ich schaute ihn genauer an.

Aber Ja, man, Dich habe ich lange nicht gesehen. Schön, dass Du hier bist.

Wir umarmten uns innigst, denn ich hatte ihn viele Jahre nicht gesehen.

Hast Du etwas Zeit, dann können wir uns ein wenig erzählen. Ich habe wie immer meine Thermoskanne Kaffee im Auto. Bock?

Und so erzählte er mir bei einem heissen Kaffee im Auto,dass er die letzten Jahre wieder viel im Ausland tätig gewesen ist und sich auf der Suche nach Heilpflanzen und sog. animistischer Medizin umgesehen und geforscht hat.

Als ich ihn fragte, was er von der jetzigen Situation halte, nahm er die Maske ab und schlurfte seinen Kaffee und lächelte.
Ich nahm meine MNB ebenfalls ab und lächelte zurück.

Gut, dann haben wir uns ja beide verstanden.
Du weisst, dass ich nach wie vor zu den Medizinern gehöre, die nach Heilmitteln suchen. Und Du weisst, dass die wirklich lebensbedrohenden und auch -vernichtenden Viren sich durch so eine Spaßmaske in keinster Weise bändigen lassen.

Ich nickte.

Ich entgegnete, dass dieses jetzige Plandemievirus anscheinend aber Gehirnmasse vernichte, denn ich könne mir einfach nicht erklären, wie es dazu komme, dass die politischen Entscheidungsträgerschaften und Millionen von Bürgern daran glaubten, dass ein Virus, der tausendemale kleiner ist, als eine Maskenpore, sich in irgendeiner Weise auch nur einen Deut darum kümmern würde, ob nun eine Maske zwei, drei, vierlagig sei, denn es sei jede Pore wie eine Autobahntunnel für ein Bakterium.

Guter Vergleich, der gefällt mir, entgegnete er und lachte.

Als ich wieder in Deutschland ankam, da begann dieser ganze Mist gerade. Ich war gerade im Grenzgebiet der zentralafrikanischen Republik und der demokratischen Republik Kongo herumgekrochen und habe mich in Sachen Heilmittel umgetan. Du kannst Dir vorstellen, dass es in diesen Gegenden viele, ja, sehr viele Krankheiten gibt, für die es zwar Heilmittel gibt, die sich die Menschen dort aber gar nicht leisten können. Du warst selbst einige Jahre in afrikanischen Lndern. Ich erzähle Dir nichts neues. Weisst Du, was mich sehr verwundert in dieser Angelegenheit?

Sag´es mir. Du weisst, ich lausche gerne Deinen Erzählungen, vor allem gerade zu diesem Thema, denn Du siehst, was hier gerade abläuft?

Mich wundert es, dass es nun nachweislich Krankheiten gibt, auch Viruserkrankungen, die mega gefährlich sind, weil sie eine extrem hohe Sterblichkeit in allen Altersgruppen auslösen. Da ist z. B. Wundstarrkrampf. In Afrika sterben Zehntausende jedes Jahr an dieser fürchterlichen Seuche. Extrem schnell infizierend, extrem schnell Infektiösität erzeugend. Und, ja, es gibt eine Impfung, die die Sterblichkeit von weit über 80% nach Infektion – also mit echter nachgewiesener Symptomatik – gen Nulll reduziert. Das ist eine Schutzimpfung, die wirklich Sinn macht.
Jetzt haben wir eine Sterblichkeit von 0,1% bei Covid-10. Welchen Sinn hat eine Schutzimpfung gegen ein Virus, das so eine extrem niedrige Sterblichkeit verursacht? Eine Impfung, die dann selbst eine Sterblichkeit auslösen wird, die wahrscheinlich höher liegen wird als durch das Virus selbst? Das verstehe ich einfach nicht. Und ich bin Mediziner.
Ich schwieg. Schlurfte meinen Kaffee und nickte.

Schau Dir die Menschen da draussen an. Sie verhalten sich gerade so, als wäre eine Wundstarr-Epidemie in unserem Land. Noch Fragen? Oder gar Hanta, Ebola, Eppstein-Barr oder Marburg-Virus, die, wie du ja selbst besser weisst als ich, eine deutlich höhere Sterblichkeitsrate noch als Wundstarrkrampf haben. Ich kann mich auch nur noch wundern.

Er nickte und wir tranken unseren Kaffee. Er nahm einen USB-Stick, schaltete mein Radio ein und ich stellte es so ein, dass wir seiner Musik lauschen konnten.
Afrikanische Rhytmen erfreuten unser Ohr.

Das Lied handelt von den Schwarzen, die Fernsehen schauen können und sehen, was in unseren Ländern alles möglich ist. Und sie selbst schuften sich zu Tode, werden durch ihre korrupten Regierungen ausgebeutet, die dafür Sorge tragen, dass sie niemals auch nur eine Chance haben werden. Der Refrain, das ist interessant – das ist übrigens eine Sprache im Kongobecken, ich verstehe sie halbwegs – sagt, komm´lass uns aufbrechen. Wir trinken das Mittelmeer leer, wir trinken den Atlantik leer, den Pazifik, wir gehen und suchen unser Glück jenseits der Ufer unserer Mutter Afrika, weil sie will uns nicht mehr haben als ihre Kinder.

Mir kamen die Tränen, hatte ich doch selbst Aids-Kinder-Karawanen gesehen, hatte Menschen an Malaria, Dengue, Gelbfieber dahinsiechen gesehen.

Ich schaute ihn mit tränenden Augen an.

Wo bleibst Du? Willst Du zu mir kommen? Du bist mein Freund und ich habe immer einen Platz für Dich!

Er lächelte.
Ich werde darauf zurückkommen.

Als wir noch einige Minuten afrikanische Musik gehört hatten, gab ich ihm meine aktuelle Handynummer. Er nickte.

Ich werde darauf zurückkommen, stieg aus und schaute mich – dieses mal wieder mit Vollvermummung – an. Pass´auf Dich auf, Bruder. Wir sehen uns, und ging.

Er stieg in einen Offroader in Tarnfarben.

Dystopische Gesprächsfetzen….

Da stand ich wie immer fast vermummt bis über beide Ohren nur mit einem schmalen Sehschlitz versehen, in der Apotheke meines Vertrauens und wollte ein Medikament abholen, das ich zuvor telefonisch reserviert hatte.Als ich mein Medikament bekommen und bezahlt hatte, verließ ich die Apotheke und ging zu meinem geparkten Auto. Da bemerkte ich eine weitere Person, die direkt neben meinem Fahrzeug stand. Natürlich ebenfalls bis zur Unkenntlichkeit vermummt. Sie sah mich an. Ich erwiderte den Blick, als sie plötzlich und unvermutet ihre Vermummung beseitigte.

Welch´eine Überraschung, denn dieser junge und ambitionierte Mann ist soweit ich mich erinnere seit gut vier Jahren Jura-Student und wohnte einst in meinem Dorf.

Du hier? Ich denke, Du bist in München und studierst?

Nein, ich habe bereits Ferien und ausserdem machen wir so und so nur noch alles Online. Ansonsten aber ja, ich studiere immer noch Jura in Münschen. Ich möchte Dich von nichts abhalten, doch als ich Dich gerade eben in der Apotheke sah, dachte ich, ich bleibe noch, zumindest, um Dir kurz Hallo zu sagen. Und, vorausgesetzt Du hast ein wenig Zeit für ein paar Minuten Unterhaltung, ich würde gerne kurz etwas mit Dir besprechen, wenn es Dir recht ist.

Klar, ich lächelte vor Freude, denn das kommt nun nicht alle Tage vor, dass sich Menschen so direkt und unvermutet an mich wenden. Und vor allem dieser junge Mann, den ich mit schönen Erinnerungen in meiner Wohnstätte verbinde. Ja, es gab einst Zeiten, das kamen mehrmals wöchentlich Menschen zusammen. Wir tranken das eine oder andere Bier, erzählten uns Geschichten und lachten viel.

Ich habe wie immmer meine Thermoskanne im Auto und sie ist noch fast voll. Magst Du einen Kaffee?

Nachdem er mir fast eine Viertelstunde Kaffee schlürfend von seinen Fortschritten im Studium berichtet hatte und wir uns ausgetauscht hatten über einige der Leute, mit denen wir eine gute gemeinsame Zeit gehabt hatten, kam er zum Thema.

Sag´einmal, Kennst Du den Landrat in unserem Landkreis?

Ich entgegenete, dass das nun wirklich kein Thema für ein beginnendes Wochenende sein könne, denn ich halte wirklich große Stücke auf seltsame Menschen. Sie sind so groß, dass man das Ganze getrost als geradezu grotesk bezeichnen dürfe, und grinste.

Pass´auf. Ich habe auf der Herfahrt im Zug auf der Homepage des Landkreises gelesen, dass er irgendeinem Bundestagsabgeordneten etwas von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern erzählt habe, auf die er ja ach so stolz sei, weil sie sich ja ach so enthusiastisch für das Allgemeinwohl einsetzen.

Ich nickte kurz zustimmend, obwohl ich dieses Detail noch nicht kannte.

Mag sein, ich lese das nur sehr selten und wenn dann auch nur wegen meines Berufs. Kann also gut sein, vor allem wenn Du es mir sagst. Ich kannte ´mal einen Landrat. Er neigte dazu, stets alle ihm das Gesäß Pflegenden mit solchen wunderbaren Bezeichnungen zu qualifizieren. Ich gehöre nicht zu den Menchen, die solche Vorgehensweisen sympathisch finden. Dieses großspurige Gehabe von wegen „Ich halte grosse Stücke auf diese oder jene Menschen“, ist meiner Meinung nach oft nur Makulatur, denn wenn auch nur eine oder einer etwas kritisch ist demjenigen gegenüber oder seinem gefühlten Schutz- und Wirkungskreis, dann wandelt sich das Blatt binnen kurzer Zeit vollständig ins Gegenteil. Dann bist Du plötzlich jemand, mit dem eine solche Persönlichkeit nichts anzufangen weiß. Und noch viel pikanter sind oftmals, die auf Kritik an seiner Hochherrlichkeit dann einsetzenden, durchaus auch öffentlichen fachlichen Diffamierungen und Miskreditierungen und ein offenkundiges Missbilligen der betreffenden Person. Soviel dazu. Du merkst, ich kenne solche Menschen. Oh ja, eindeutig. Und ich weiß solche Menschen sehr zu schätzen, obwohl ich inzwischen ganz anders unterwegs bin.

Ich lächele.

Aber erzähl ´mal.

Er lachte.

Du hälst wirklich grosse Stücke auf solche Persönlichkeiten, das höre ich aus Deinen Schilderungen heraus. Ich kann das durchaus nachempfinden.
Mir geht es um den Begriff Allgemeinwohl. Und genau darüber möchte ich kurz mit Dir reden, denn das ist im rechtswissenschaftlichen Umfeld ein sehr wichtiger Begriff, der in verschiedenen Belangen durch Urteile konkretisiert werden muss, um dann genauer definieren zu können, was ist in dem betreffenden Fall denn das sogenannte Allgemeinwohl. Du merkst, ich bin inzwischen voll juristisch unterwegs?!

Aha. Was willst Du mir sagen?  Magst Du eigentlich ein Pranicki essen? Ich liebe diese russischen Kekse. Schau´ mal hinten auf der Rückbank in dem weißen Stoffbeutel. Habe ich gerade erst gekauft. Mit Karamel-Geschmack. Zum Kaffee ein Hochgenuss. Nimm´mal eine Tüte und mache sie auf, bitte.

Das Allgemeinwohl, was dieser Ex-Polizist – so habe ich es im Netz recherchiert – da angibt, es scheint ihm irgendwie durch die Mentallappen zu gleiten, dass er gar nicht in der Lage ist, das Allgemeinwohl qua Selbstdefinition benennen zu dürfen, geschweige denn zu können. Sorry, ich steige gleich tiefer ein, wenn es Dir recht ist.

Ich hob die Augenbrauen und war nun wirklich gespannt, hatte ich diesen jungen Mann doch vor Jahren noch als so richtig schludrigen jungen Mann in Erinnerung, der damals noch auf der Suche nach sich selbst und seinem Platz in unserer Gesellschaft war. So eine Fragestellung ließ mich denn aufmerksam aufhorchen, denn es zeigte mir auf sehr anschauliche Weise, dass er selbständig denkt und vor allem genau hinterfragt inzwischen. Und darüber war ich sehr erfreut und dachte, schau an, ich habe es geahnt. Er hat ein gutes Potenzial. Das habe ich schon vor Jahren gemerkt.

Na los, spanne mich nicht auf die Folter! Das klingt sehr sehr interessant. Leg´los!

Also, pass´gut auf. Das Gemeinwohl ist in Art. 14 Abs. 2 Grundgesetz geregelt. Der Herr nimmt den Mund wohl gerne etwas voll, kann das sein? Beziehungsweise hat er meines Erachtens nicht wirklich Ahnung von den grundgesetzlichen Aussagen zum Allgemeinwohl. Zumindest habe ich den Eindruck. Artikel 14 Grundgesetz betrifft vor allem Eigentumsfragen und da spielt das Gemeinwohl eine sehr bedeutsame Rolle, z. B. wenn es um das Baurecht, Enteignungen, gemeindliche Vorkaufsrechte und ähnliche Belange geht.

Ich schaute nur lächelnd aus dem Fenster und wollte schon etwas dazu sagen.

Danach soll der Gebrauch des Eigentums zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen. Aber, und das ist jetzt noch viel spannender, in Artikel 104 Grundgesetz geht es auch um das sogenannte Allgemeinwohl, denn dort wird – und jetzt genau hinhören – die Freiheit jedes einzelnen Menschen manifestiert. Es sagt klar und deutlich, dass jeder Freiheitsentzug immer und wirklich immer, ganz gleich worum es geht, einer richterlichen Entscheidung bedarf. Merkst Du, auf was ich hinaus will?
Ganz einfach, das Allgemeinwohl wird nicht qua politischer Äusserung eines gewählten Volksvertreters definiert. Schon gar nicht von einem Landrat. Er scheint wirklich voller Selbstliebe und etwas verschrobener Rechtauffassung zu sein, denn er müsste es ja schon alleine wegen seiner polizeilichen Vorgeschichte viel besser wissen, als es sich aus seinen Worten erschliessen ließe.

Ja, klar. Es soll Landräte geben, die sich darin gefallen, das jeweilig zuständige Gesundheitsamt zu ständig wiederkehrenden Quarantänemaßnahmen von nach, mit inzwischen zunehmend in Frage gestellten PCR diagnostizierten Infektionsnachweisen Infizierte in Quarantäne zu senden, anzuhalten. Meinst Du das?

Mein Lieber, du bist echt ein Schnelldenker. Einfach phänomenal. Ehrlich. Das war übrigens etwas, was mich maßgeblich dazu veranlasst hat, meinen eigenen Weg verstärkt zu suchen. Es war Dein steter und ständiger Hinweis darauf, selbst zu forschen, viel, ja sehr viel zu lernen und einen eigenen Weg zu gehen. Erinnerst Dich sicherlich, oder? Das hast Du immer wieder gesagt, wenn wir als junge Menschen von dem Chaos in uns und um uns herum berichteten Wir waren so jung und Du bist mir deswegen in so guter Erinnerung, weil Du immer Verständnis hattest und uns verdeutlicht hast, dass diese Phase nur eine Phase ist und dass wir, wenn wir uns auf unseren eigenen Weg konzentrieren würden, dieses vermeintliche Durcheinander in unseren Köpfen alsbald enden würde. Wie recht Du doch hattest.

Gut, wenn also ein Landrat und ehemaliger Polizist…

Jo, ich denke, ich kenne solche Persönlichkeiten, unterbrach ich ihn. Und einige können sich nicht von ihrer vorherigen Tätigkeiten trennen und denken nach wie vor in polizeilichen Mentalstrukturen, obwohl sie längst z. B. aus dem polizeilichen Dienst ausgeschieden sind, denn sonst hätten sie sich nicht als Landrat wählen lassen können oder die gewonnene Wahl dann annehmen können.

Ok, und dieser Landrat spricht also davon, dass er seinerseits sehr geschätzte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter als für das Allgemeinwohl Arbeitende darstellt. Und nun frage ich mich und Dich: sind solche Mitarbeiterschaften für das Allgemeinwohl tätig, wenn sie mit zwischenzeitlich auf der Grundlage auch rechtlich in der Kritik stehenden Infektionsnachweisen Menschen in Quarantänen schicken, wenn sie also rechtlich fragwürdige Zwangsmaßnahmen umsetzen und durchsetzen? Ist das für das Allgemeinwohl, wenn man sich darin kapriziert, Befehle, ganz gleich welcher Art auch noch mit fragwürdigen Mitteln um- und durchsetzt und sie, wie ich den von ihm unterschriebenen Verordnung lesen konnte, noch mit eigenen Maßnahmen erweitert. Man nennt das im juristischen Umfeld, und es ist als Kritik an der Exekutive zu interpretieren „Mehr geht immer, weniger nie!“. Ist es für das Allgemeinwohl, die Mitmenschen hinters Licht zu führen mit dem Begriff Allgemeinwohl, um sich gar selbst in den Vordergrund des Geschehens zu rücken und dann noch einen auf „wir sind ja alle so am Allgemeinwohl Arbeitende und Orientierte“ zu machen? Sorry, doch ich bin inzwischen durchaus dialektisch bissig geworden. Ein Ergebnis der vielen Vorlesungen und Seminare mit juristisch Erfahrenen.

Er grinste mich frech an.

Ich stutzte. Dieser junge Mann ist faszinierend in seiner Denk- und Analysefähikeit! Was hat er wohl alles schon gelesen und gehört?! Wieviel sehr schlauen Menschen hat er schon gelauscht, dass er so differenziert denkt inzwischen?! Ja, das hat er geradezu sezierend analysiert.

Du hast sehr interessante und denkwürdige Aussagen gerade gemacht. Ich kenne solche  Menschen und sie begegnen mir seit einigen Jahren immer und immer wieder. Ofmals sind sie der Wahrhheit nicht gerade zugetan, flunkern, hintergehen und haben oftmals jahrelange Erfahrungen spezieller Formen des Unterdrückens und ständigen Gängelns, was sich dann, je nach Position Mobbing oder Bossing nennt. Kurz gesagt, ich  beobachte solche Persönlichkeiten mit großem Interesse. Du weißt, dass ich immer auf die Handlungen eines Menschen achte. Und nachdem ich selbst schon auf schön gesprochene Worte hereingefallen war, habe ich umso mehr und genauer hingesehen. Und ich habe genau denselben Eindruck wie Du ihn gerade geschildert hast.

Und, was ist Dein Ergebnis?

Solche Menschen sind kurz und knapp gesagt nach meiner persönlichen Meinung narzisstische Psychopathen. Fachlich betrachtet sind sie auffällig häufig asymptotische Nulllinienannäherungen, wenn Du Dich erinnerst? Mathematik, 11. Klasse? Und, ja ich kenne einige so geartete Menschen, die, wie alle Psychopathen, ganz hervorragende Schauspieler sind,  gerissen und raffiniert, was auch geradezu charakterisierend ist für Psychopathen. Kennst Du Dich mit dem Krankheitsbild des Narzissmus und eines Psychopathen aus?

Ich weiß nicht viel darüber, doch laß uns bitte beim Allgemeinwohl bleiben jetzt. Was Du mir gerade schilderst, passt sehr wohl in mein Kritikszenario. Wenn er also das Allgemeinwohl geradezu als der Hüter des Grals in den Vordergrund stellt, dann ist das nur deswegen geschehen, weil er sich selbst als die zentrale Figur sieht und deswegen wählt er möglichst hochstehende moralische und in dem Fall auch rechtliche Wertbegriffe, um sich selbst hervorzuheben. Das macht es jedoch nicht weniger rechtlich fragwürdig, einmal davon abgesehen, dass es meiner Meinung nach sogar unlauter ist, um ein ganz niederschwelliges Kriterium seiner fragwürdigen Aussagen auszuwählen. Ich bin überrascht von Dir. Du hast Dich nicht geändert. Dein Geist ist nach wie vor messerscharf. Das will ich Dir unbedingt jetzt sagen.

Meinen heissen Kaffee schlürfend lächele ich in die Tasse und schaue nach draussen, wo unzählige Menschen vermummt und als Menschen kaum mehr kenntlich an unserem Auto vorbeigehen.

Allgemeinwohl? Ist es wirklich Allgemeinwohl, Menschen dermaßen zu manipulieren, dass sie, warum auch immer, ständig Masken tragen, selbst hier an der frischen Luft mit ausreichenden Abständen? War da nicht unlängst eine Verordnung eben dieses Landrats, dass selbst Grenzwerte seitens des Gesundheitsministeriums durch ihn persönlich ausser Kraft gesetzt wurden und er nur noch die eigenen Zahlenwerke seines Gesundheitsamtes als „neue“ und allgemein gültige Grenzwerte anführte?! Und lagen die sogenannten Inzidenzwerte nicht inzwischen deutlich unter 35! Ja, ich hatte erst heute Vormittag meinen täglichen Check der in dieser Sache zur Verfügung stehenden Zahlenwerke durchgeführt.

Ja, so wie ich es selbst recherchieren konnte, benutzen solche seltsamen Menschen gerne hochstehende Begriffe, um sich selbst als den Macher, den Gralshüter, den Mutigmacher, den Fürsorgenden darzustellen und dabei ist oftmals, den Einzelfall genauer betrachtend, schnell offensichtlich, dass es sich oft um ganz arme Wichte handelt, die völlig durchseucht sind von ihrer narzisstischen Obszession und Ausrichtung. Doch eines muss man ihnen neidlos anerkennend lassen, sie nutzen jedwede Chance, um sich selbst zu glorifizieren. Und sobald auch nur etwas Gegenwind aufkommt, wirken sie sichtlich angesäuert und verwenden einfachste dialektische Tricks, um sich beleidigt, in ihrer natürlich „aufrichtigen“ Ehre gekränkt zu zeigen. Ich bezeichne solche Persönlichkeiten gerne als typische und geradezu klassische Okkupanten gesellschaftlicher Systeme. So ein Okkupant stülpt über alles und jeden seine ganz eigene Sicht der Dinge auf, und wenn ein Mensch Kritik daran äussert, dann zeigt er sich beleidigt, persönlich enttäuscht und all so einen Schwurbelkram. So von wegen, ich schütze alle und jeden, ob es denen gefällt oder nicht. Und nur meine ganz eigene Sicht der Dinge ist das Non plus Ultra. Kurz, es geht ihm niemals um die Sache selbst, sondern nur darum, sich wichtig zu machen, indem er eine besorgt wirkende Maske der Intrige und Lüge aufsetzt. Eigentlich bitter, denn im Beruf geht es nun einmal um Tatsachen, um Sachproblemstellungen und nicht darum, wie jemand sie – und dazu noch ganz offensichtlich ohne jede Fachlichkeit in der Sache – interpretiert.
Ich gebe Dir recht! Du hast das sehr gut dargelegt, finde ich. Ich habe diesen Aspekt selbst nicht so umfassend bedacht. Ja Du hast recht! Je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr stimme ich Dir zu. Wirklich, sehr wertvoll.
Ich habe Respekt vor Dir, das will ich Dir und jetzt unbedingt sagen. Ich lerne auch standig etwas Neues dazu. Der Begriff Allgemeinwohl war mir in seiner grundlegenden juristischen Auslegung so nicht wirklich bewusst. Wenn ich jetzt darüber nachdenke, dann wird mir erst bewusst, wie perfide das wieder ist. So ein Okkupant geriert sich als den Retter der Nation, er kapriziert sich als der kritische und alle umsorgende Schützer des heiligen Grals. Gerade aktuell sinken die sog. Inzidenzwerte auf deutlich unter 50, ja sogar aktuell auf unter 35. Und was macht dieser Mensch? Er erhält seine so und so fragwürdigen Verordnungen aufrecht, wo er doch gerade unlängst eben diese eigenen Werte als Grenzwerte und Handlungsveranlassungen für Quarantänen und sonstigen Stuss, wie, Du musst eine Maske tragen, wenn Du an einer Bushaltestelle vorbeigehst, darfst sie dann aber wieder abnehmen, oder, Du musst auf allen Parkplätzen bei Einkaufsläden eine Maske tragen, auch wenn Du mehrere Meter entfernt bist oder gar alleine, veranlasst hat.
Allgemeinwohl!?! Du hast recht. Andere haben mir dazu gesagt, dass er, übrigens wie jeder PSychopath, nur und ausschließlich seine eigene Interpretation als ihm qua Funktion zugeteilter und möglicher Exekutivmacht nutzt, um sich hervorzuheben. Und da sind ihm anscheinend wirklich alle Mittel recht. Sein direktes, selbst ausgewähltes Umfeld, gefällt sich wohl darin, immer auf einer Linie mit ihm zu sein. Es ist sozusagen sein eigener und, mit Verlaub, verkommener Hofstaat, der ihm das Gesäß auf ihm genehme Weise pflegt, sagt man. Wenn er das in seiner eigenen Familie macht, sei es ihm unbenommen, wobei mir dann die Familienmitglieder echt leid tun. Wenn er es allerdings in seiner Funktion macht und damit tausende, wenn nicht zehntausende Menschen erfreut mit seinen Interpretationen und, was noch viel fragwürdiger ist, diese in ihren freien Lebensgestaltungen sanktioniert, dann wird es nicht nur kritisch, Nein, dann muss Widerstand geleistet werden. Und Du hast recht. Das Allgemeinwohl-Postulat passt als Puzzlestück in sein Psychogramm und vervollständigt die von mir getroffene Diagnose eines typischen Psychopathen.Aber wie gesagt, ich beobachte auch nur aus der Ferne und maße mir nicht an, dass meine Interpretationen zu solchen Persönlichkeiten zutreffend sind.

Lachend schlurfte der junge Mann aufmerksam meinen Worten folgend seinen Kaffee und zündete sich eine Zigarette an.

Willst Du auch eine?

Aber gerne, immer.

Ich wusste, dass es gut sein wird, wenn wir uns ein paar Minuten Gespräch schenken. Ich wusste es wirklich!

Ich nickte und grinste ihn an. Danke gleichfalls, mein Guter!

Und so saßen wir noch eine Weile in unseren Gedanken versunken schweigend und gemeinsam eine Zigarette zum Kaffee geniessend zusammen.

Da vibrierte unser Auto plötzlich und wir sahen uns erschrocken an. Gepanzerte Polizeifahrzeuge rollten an uns vorbei und dazwischen viele Mannschaftsransportfahrzeuge.

 

 

 

 

 

Nun stellen wir uns doch einfach etwas dystopisches vor…

Neulich traf ich einen ehemaligen Mitarbeiter des Verfassungsschutzes beim Einkauf in einem orientalischen Geschäft. Er schaute sich gerade die vielen Reissorten in großen 5-Kilo-Paketen in einem Regal an und nahm sich eines und las die BEschriftung. Ich trat neben ihn – natürlich in dem vorgeschriebenen Abstand und wie gehabt mit MNB – und sagte leise: Agent Schlafko – Codeword?!
Ohne aufzusehen und so wie ganz nebenbei, weiter den Blick auf das Paket Reis gerichtet, vernahm ich: dystopische Disturbia.
Als ich wieder nach draußen ging, stand er neben meinem Auto und rauchte eine Zigarette.
Alter, lange nicht gesehen. Wie steht´s, wie geht´s.
Gleichfalls, was macht die Ermittlungsfreude?
Ich sage Dir, sie ist spannender denn je.
Stimmt, ich habe direkt mal eine Frage an Deinen analytischen Ermittlungssinn.
Nur zu, auch ne Zigarette?
Ja gerne. Er hielt mir sein Feuerzeiug hin und zündete.
Nur ein winziger Zug, mein Lieber. Und Du stirbst binnen zehn Minuten, und grinste mich frech an.
Danke Dir und ich klopfte ab, als die Zigaretten glimmte.
Also, ich habe folgendes recherchiert zum C-Miststück. Ein Virus trifft dann besonders hart, wenn die Menschen überhaupt keine Abwehrmechanismen haben, richtig?
Er nickte.
Gut, wenn es also auf eine Populataion trifft, die in ihrer Geschichte noch nie Kontakt hatte.
Er nickte wieder.
Unsere Welt besteht aus sehr unterschiedlichen Populationen. Das C-Miststück schlägt demnach hier bei uns dann besonders zu?
Er lächelte mich an.
Ich ahne, was jetzt kommt. Rede weiter.
Ach, echt? Ok, kurz gefasst. Im asiatischen Raum schlägt es weit weniger zu als bei uns. Und auch bei uns schlägt es anscheinend nur zu, weil wir uns qua Verordnung von ganz oben eines Messsystems bedienen, dass sogar bei jedem einzelnen nachweisen könnte, ob er Neandertaler-Gene hat oder nicht, so fein kalibriert und mit so hohen Wiederholungen wird der Test gefahren, richtig?
Jetzt schaute er mich staunend an.
Und sobald wir also qua Test feststellen, dieser Mensch hat Neandertaler-Gene muss er in Quarantäne und alle ihn umgebenden Menschen vorsichtshalber gleich mit, wenn sie unmittelbaren Kontakt für eine bestimmte Zeitdauer und unter bestimmten Lüftungs- und Entfernungskategorien hatten oder haben könnten, richtig?
Seine Augen weiteten sich. Was willst Du mir sagen oder mich fragen? ´Raus damit.
Im asisatischen Raum – hier vor allem in China schlägt das Teil genauso zu. Nur, denen ist es gleichgültig, da sie erstens keine Neandertalverwandschaften haben oder doch eben weit weniger als es hier im europäischen Raum ist. Und sie kalibrieren den Test anders. Und sie gehen dabei dann so vor, dass sie festhalten, asymptotische Probanden übertragen keine Infektion. Folglich geht das gesellschaftliche Leben nach einer intensiven Isolations- und Kontrollphase wieder auf eine normale Spur, weil sie das herausbekommen haben und ihre Test- und Beobachtungsinstrumente entsprechend eingestellt haben.
Er schaute sich um. So, als wolle er die Umgebung kurz absuchen. Ja, so sind sie, die ehemaligen Agenten.
Er sagte leise zu mir. Alter, was Du da gerade von Dir gibst, das hat Brisanz. Du willst doch nicht sagen, dass das ganze Geschehen abhängig ist davon, wie die Mess- und Bewertungssysteme eingerichtet sind?
Ich lachte laut.
Doch, das will ich sagen. Es scheint mir einen unverkennbaren Tatbestand zu geben, der genau darauf hinweist. Denn anders sind die Beobachtungsergebnisse zur Zeit nicht interpretierbar. Und da die Chinesen megaintelligent sind und vor allem ein sehr gut steuerbares Gesellschaftssystem haben, könnten sie bei einer echten BEdrohung auch sehr schnell handeln, was sie ja bereits hinlänglich bewiesen haben. Was, wenn sie sogar eine Strategie haben, um im Sinne der multipolaren Änderung der Weltwirtschaft und allem, was daran ausgerichtet ist – und das ist schichtweg Alles – bestimmte Aktionen ins Werk setzen, um ihre Neuausrichtungen sagen wir, etwas zu triggern?!
Alter! Du weisst, was Du da gerade sagst?!
Ja, ich denke schon, dass ich noch alle beisammen habe. Ich beobachte und ermittle, wie Du es sagen würdest. Sie wissen sehr wohl, wie wir uns verhalten bzw. wie unsere Entscheidungssysteme funktionieren. Und sie nutzen es, um ihre eigenen Expansionsstrategien zu fördern, was ja völlig nachvollziehbar ist. Und warum ist es denn so, wie ich beschrieben habe. Dieses riesige Volk, sein Gesellschaftssystem, seine Wirtschaftskraft, seine ungaubliche Innovationskraft und Technologieorientiertheit und die doch vergleichsweisen lauen Auswirkungen desselben viruellen Geschehnisses zeigen doch in diese Richtung, wie ich sie gerade angerissen habe.
Er warf seine Zigaretten auf den Boden, trat sie aus, schaute mich an und schüttelte den Kopf.
Was Du da gerade gesagt hast, deckt sich zu hundert Prozent mit meinen Beobachtungen. Die Chinesen wissen einfach besser, mit dem Geschehnis umzugehen. Sie beobachten, stellen fest, isolieren, messen, beobachten und schlussfolgern konsequent aus den beobachtbaren Daten und Geschenissen. Und bei uns, also nicht nur bei uns, sondern in allen anderen Nationen in Europa, macht man das anscheinend nicht. Es ist sogar inzwischen soweit gekommen, dass meine Exkollegen nach innen hin propektieren sollen, weil alle, die das so deutlich zum Ausdruck bringen wie Du, verdächtigt werden, die eigenen Strategien zu gefährden. Das weißt Du?!
Ja, sagte ich leise und schaute mich jetzt selbst im unmittelbaren Umfeld um.
Mir ist das durchaus bewusst und ich suche noch immer den Grund dafür, die internationalen Erkenntnisse abzulehnen und vor allem, wenn schon so zu handeln, dann doch mit Bedacht, also mit einer stringenten Strategie z. B. beim Schutzimpfen. Ich wundere mich schon sehr darüber, denn es ist unvernünftig und nur dann vernünftig und zielführend, wenn man selbst eine ganz andere Strategie verfolgt, als sein eigenes Gesellschaftssystem weiterhin am Laufen zu halten.
Als er aufblickte wendete er sich unmittelbar ab von mir.
Ich muß los. Ich schreibe Dir etwas dazu auf dem PR-Account.
Etwas überrascht vom plötzlichen Wandel seines Verhaltens, nickte ich nur. Als ich einstieg sah ich eine Polizeistreife, die langsam an uns vorbeifuhr, stecke den Zündschlüssel ins Schloss und starte mein Fahrzeug.
Ich resümmierte die Unterhaltung als ich in den fliessenden Verkehr einbog.
Wenn so ein Virus eine Pandemie auslösen würde, dann würde es absolut sicher in allen Ländern gleich zuschlagen, mit denselben zerstörerischen Auswirkungen. Das tat er aber nicht.Liegt es daran, dass es auf unterschiedliche naturräumliche Situationen trifft, auf unterschiedliche physische Expositionen oder liegt es daran, dass unterschiedliche Gesellschaftssysteme und damit Interpretationen desselben Geschehens vorhanden sind?
Vielleicht sollte ich einmal mein Auto waschen? Es liegt so und so nichts anders an. Als ich das Radio einschalte höre ich einen Beitrag darüber, in welcher Intensität chinesische Investoren bereits unsere Wirtschaft okkupiert haben. Und ich vernehme mit erstauntem Gesicht, dass unsere Regierung einmal mehr so tut, als wäre alles beim Alten. Ich denke mir nur, sie schauen einfach nur weg und unsere ganze Gesellschaft geht den Bach ´runter, weil sie willentlich, also mit Vorsatz wegsehen.
Vor mir steht an der Ampel ein Wasserwerfer…